Nach Gross-Weggang 10.10.2014 08:38:31

Pimco senkt Engagement in US-Staatsanleihen deutlich

Der 202 Milliarden US-Dollar schwere Pimco Total Return Fund hat seinen Anteil an amerikanischen Staatsanleihen auf 38 Prozent per Ende September verringert, wie die Allianz-Tochter mitteilte. Im August, einen Monat vor dem plötzlichen Abgang des Chefinvestors und Pimco-Mitgründers Bill Gross, lag der Anteil noch bei 41 Prozent.

   Gross hatte Investoren rund um den Globus mit seinem abrupten Weggang von Pimco am 26. September überrascht. Der Investor, der einer breiten Anlegerschar Investments in Anleihen schmackhaft gemacht hat, wechselte nach internen Auseinandersetzungen zum Vermögensverwalter Janus Capital.

   Seinem Abgang vorausgegangen war eine eher flaue Entwicklung des weltgrößten Anleihefonds Pimco Total Return Fund, den Gross betreute. Im vergangenen Jahr haben Anleger zudem massiv Gelder aus dem Vorzeigefonds abgezogen. Allein im September belief sich die Summe auf 23,5 Milliarden Dollar.

   Der Pimco-Fonds investiert in Staatsanleihen, inflationsgeschützte Wertpapiere, Terminkontrakte auf US-Staatsanleihen oder Derivate auf US-Schuldpapiere. Im September lag der Anteil, der in mit Hypotheken besicherte Anleihen investiert wird, unverändert bei 20 Prozent. Der Anteil an Schwellenländer-Anleihen sei dagegen leicht auf 10 Prozent von 9 Prozent erhöht worden.

   Investoren verfolgen nach dem Gross-Abgang ganz genau, wo Pimco die Milliarden-Anlagegelder investiert. Der Grund: Angesichts der Größe des Fonds können deutliche Veränderungen die Preise einiger Vermögenswerte spürbar beeinflussen. Seit dem Abgang treibt Beobachter auch die Sorge um, ob sich die Allianz-Tochter von Investments trennen muss, um die Mittelabflüsse der Kunden bedienen zu können.

   "Ein so großer Fonds kann die Preise bestimmter Assetklassen unter Druck setzen", sagte Adrian Miller, leitender Anleihestratege beim Finanzkonzern GMP Securities in New York. Für die Investoren, die mit dem Management-Stil von Gross und der Performance des Fonds nicht zufrieden gewesen waren, sei der Abgang wohl positiv. Pimco müsse nun aber, so Miller, die verstimmten Anleger überzeugen, dass man die richtigen Antworten parat habe, um das Schiff wieder flottzumachen.

   Während sich der Pimco Total Return Fund in den vergangenen Jahren ziemlich gut entwickelt hat, liegt er im laufenden Jahr bisher hinter der Konkurrenz zurück. Die Rendite erreichte 4,1 Prozent - 80 Prozent der vergleichbaren Fonds anderer Anbieter können eine bessere Entwicklung vorweisen. Beim Blick auf die vergangenen 15 Jahre sieht das Bild allerdings anders aus: Hier kommt das Pimco-Aushängeschild auf eine durchschnittliche Jahresrendite von 6,8 Prozent und lässt damit 96 Prozent der Rivalen hinter sich.

   Damit wird deutlich, dass das Pimco-Management, allen voran Mark Kiesel, Scott Mather und Mihir Worah, die den Fonds künftig betreuen, angesichts der mäßigen Performance und der Mittelabflüsse vor einer schwierigen Aufgabe steht.

   DJG/DJN/kla/smh

   Dow Jones Newswires

Von Min Zeng

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