Baubewilligungen steigen |
17.01.2014 11:35:00
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s-Wohnbauanleihen gefragt, Beruhigung bei Wiener Mieten erwartet
Es werde eine gewisse Entlastung bei den Mieten geben, der Kulminationspunkt dürfte überschritten sein. Ein Absturz sei aber nicht zu erwarten, so Schmidinger Donnerstagabend vor Journalisten. In Wien würden sich Mieten von 14/15 Euro je Quadratmeter wahrscheinlich wieder in Richtung 11/12 Euro bewegen. Es kämen rund 8.000 bis 10.000 Wohnungen pro Jahr auf den Markt. Schmidinger verwies dabei etwa auf das Sonnwendviertel beim Hauptbahnhof oder die Seestadt Aspern. Auch die Widmungen würden beschleunigt. Der Urbanisierungstrend werde bleiben, der Bevölkerungszustrom wahrscheinlich etwas geringer werden. Anders als in Wien sei die Entwicklung etwa in Innsbruck oder in Salzburg.
Österreichweit steigt die Zahl der Baubewilligungen wieder. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) rechnet laut s-Wohnbaubank für 2013 mit einem Anstieg auf 43.400 Einheiten, nach 38.700 im Jahr davor. Heuer dürfte eine ähnlich hohe Zahl wie 2013 erreicht werden. Damit sich junge Familien Wohnen leisten können, würden Wohnungen mit einer Monatsmiete von 6,50 bis 7 Euro pro Quadratmeter benötigt.
Neubauprojekte im mehrgeschoßigen Wohnbau werden laut s Wohnbaubank zu einem großen Teil mit Darlehen der Wohnbaubanken finanziert, der Rest entfalle auf Förderungen der Länder, Eigenmittel und andere Kapitalmarktfinanzierungen. Das über Wohnbauanleihen aufgebrachte Geld muss innerhalb von drei Jahren zur Finanzierung von Wohnbauten verwendet werden, die Mittel sind also zweckgebunden.
Wohnbauanleihen feiern offenbar ein Comeback. Die s Wohnbaubank emittierte im Vorjahr 216,4 Mio. Euro, das war ein Plus von 75 Prozent und das beste Ergebnis seit langem. Am Gesamtmarkt wurden rund 1,2 Mrd. Euro emittiert. Auch heuer ist die Nachfrage gut. In den ersten eineinhalb Wochen seien bereits 20 Mio. Euro abgesetzt worden, so s-Wohnbaubank-Vorstand Ernst Karner. Wohnbauanleihen seien von einem Randprodukt wieder zu einem Breitenprodukt geworden. Vor drei Jahren seien die Zinsen allerdings noch höher gewesen. Die Menschen rechneten offenbar mit einem Anhalten der Niedrigzins-Phase, im Vergleich zu sonstigen risikoarmen Veranlagungen seien Wohnbauanleihen attraktiv.
Seit Jahresbeginn habe die s Wohnbaubank wieder drei Anleihen im Portofolio, darunter auch eine variable Variante. Die fix verzinste Wohnbauanleihe mit monatlicher Ausschüttung etwa ist mit einem Kupon von 2,4 Prozent und einer Laufzeit von rund 11 Jahren ausgestattet. Eine voll verzinste Anleihe müsste, um mithalten zu können, 3,2 Prozent Kupon aufweisen, Wohnbauanleihen sind bis zu einer Verzinsung von 4 Prozent von der KESt befreit.
Diese Anleiheform mit monatlicher Ausschüttung erfreut sich besonderer Beliebtheit, vor allem bei Kunden, die damit zu ihrer Pension beitragen wollen. Käufer von Wohnbauanleihen sind vor allem Privatkunden. Nur rund 30 Mio. Euro seien bei der s Wohnbaubank im Vorjahr von institutionellen Anlegern gezeichnet worden. In der Altersklasse 50+ bis 60+ seien rund zwei Drittel der Privatkunden, die auf sichere Veranlagungen setzten. "Unser Konkurrent ist nicht die Google-Aktie", so Karner.
Insgesamt befinden sich 1,831 Mrd. Euro an s-Wohnbauanleihen im Umlauf. Das ist wegen relativ starker planmäßiger Tilgungen alter Anleihen ein Minus von 2 Prozent. Der Ausleihungsbestand betrug Ende Dezember 1,897 Mrd. Euro (minus 6 Prozent). Hinter den Ausleihungen, die vor allem an Gemeinnützige Bauvereinigungen (GBV) gehen, stehen mehr als 50.000 vermietete Wohnungen mit einer Durchschnittsmiete von bis zu 5 Euro pro Quadratmeter. In ihrem zwanzigjährigen Bestehen musste die s-Wohnbaubank noch keinen Euro abschrieben.
(APA) itz/cri/csWeitere Links: