23.07.2015 08:05:47
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Wincor kommt besser durchs Quartal als befürchtet
FRANKFURT (Dow Jones)-- Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf befindet sich zwar weiter auf Schrumpfkurs. Das Geschäft läuft aber nicht ganz so schlecht wie befürchtet.
Der Umsatz im dritten Geschäftsquartal per Ende Juni schrumpfte zwar um 2 Prozent auf 560 Millionen Euro, Analysten hatten aber nur mit 551 Millionen Euro gerechnet. Das operative EBITA stürzte von einem Gewinn im Vorjahr auf einen Verlust von minus 7 Millionen Euro. Die Experten hatten jedoch mehr als doppelt so hohe rote Zahlen befürchtet. Ähnlich sah es unter dem Strich aus: Mit minus 6 Millionen Euro war das Periodenergebnis nur halb so schlecht wie erwartet, auch wenn sich dieser Wert zum Vorjahr um 140 Prozent verschlechtert hat.
Geldautomaten und Co werfen für Wincor Nixdorf nicht mehr genug Gewinn ab. Daher will der MDAX-Konzern künftig verstärkt auf Software und IT-Dienste setzen und den entsprechenden Umbau beschleunigen - auch mit Hilfe von Zukäufen. Das Hardware-Geschäft rund um Geldautomaten, Terminals, Kassen- und Leergutrücknahmesysteme soll zwar eine wichtige Säule der Paderborner bleiben, allerdings werden die Kapazitäten zurückgefahren. Um wieder auf Kurs zu kommen, streicht das Unternehmen zudem 1.100 Arbeitsplätze.
Für das laufende Geschäftsjahr geht Wincor unverändert von einem Umsatzrückgang um 3 bis 5 Prozent aus. Das EBITA vor Restrukturierungsmaßnahmen soll bei 100 Millionen Euro liegen, abzüglich der Restrukturierungskosten bei 20 Millionen Euro. Anfang April hatte Wincor Nixdorf die alte Jahresprognose kassiert und das Ziel aufgegeben, 2014/2015 ein moderates Umsatzwachstum sowie eine im Vergleich zum Vorjahr überproportionale Gewinnsteigerung zu erreichen. Probleme bereiten dem Konzern nicht nur die sich verschlechternden Rahmenbedingungen in Schwellenländern wie Russland und China sowie die nur langsam wieder auflebende Investitionsbereitschaft in Europa, sondern auch der anhaltende Preisverfall im Hardware-Geschäft.
Die Branche der Geldautomatenhersteller ist derzeit in Bewegung. Erst vergangene Woche hatten Spekulationen die Aktie des US-Geldautomatenherstellers NCR auf einen Höhenflug geschickt, nachdem Informationen über die mögliche Übernahme des Rivalen von Wincor Nixdorf durchgesickert sind. Die Finanzinvestoren Blackstone und Carlyle sollen demnach eine Offerte im Wert von mehr als 10 Milliarden US-Dollar für die NCR Corp vorbereiten.
Die Branche leidet seit einiger Zeit unter geringeren Ausgaben vieler Kunden und einem Preisverfall im Hardware-Geschäft. Angesichts des Gegenwinds setzen Wincor oder auch NCR verstärkt auf Software und IT-Dienste.
Für Aufsehen hatten jüngst Spekulationen um einen Kauf des im MDAX notierten Konzerns durch den Rivalen Diebold gesorgt. Wincor-Chef Eckard Heidloff hatte daraufhin betont, dass eine Fusion mit Diebold nicht der richtige Weg wäre.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/jhe/sha
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July 23, 2015 01:59 ET (05:59 GMT)
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