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20.11.2013 09:44:31

Weltgrößte Container-Reedereien bangen um ihre Riesenallianz

   Von Costas Paris

   Die angestrebte Allianz zwischen den drei weltgrößten Container-Reedereien wackelt. Eigentlich wollten die dänische A.P. Moller-Maersk A/S, die französische CMA CGM und die Schweizer Mediterranean Shipping so reibungslos wie möglich ihre Partnerschaft besiegeln. Doch die US-Wettbewerbsbehörde für Schifffahrt (FMC) bereitet den drei Reedereien Kopfschmerzen. Sie pocht auf umfassende Prüfung und beraumte ein ungewöhnliches Treffen mit ihren europäischen und chinesischen Kollegen an. Die Befürchtung: Drei dominierende Weltkonzerne könnten kleinere Konkurrenten an den Rand drängen.

   Die Bedenken kommen nicht von ungefähr. Zusammen kämen die drei europäischen Reedereien weltweit auf mehr als 40 Prozent der gesamten Frachtkapazitäten - zumindest auf den meistbefahrenen Routen des Globus. Die drei Firmen kündigten ihr Zusammengehen im Juni an. Die notwendige Zustimmung der US-, europäischen und chinesischen Aufseher steht seitdem aber aus.

   "Es gibt große Sorgen von Wettbewerbern und der gesamten Reedereibranche über die Auswirkungen einer solchen Allianz", betonte FMC-Chairman Mario Cordero. "Deswegen rief ich zu einem Gipfeltreffen mit unseren Kollegen auf. Wir müssen sehen, wo wir stehen. Je früher das Treffen stattfindet, desto besser."

   Das Treffen könnte laut Cordero bereits für Mitte Dezember angesetzt werden. Es wäre das erste Mal, dass die drei Regulierungsbehörden auf einer solch hohen Hierarchieebene zusammentreffen, um über eine Unternehmenspartnerschaft zu beraten.

   Die EU nehme an dem Treffen teil, hieß es vom Sprecher des Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia. Vertreter des chinesischen Transportministeriums waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

   Die sogenannte P3-Allianz dürfte laut Analysten geschätzte 43 Prozent der Container-Frachten von Asien nach Europa unter sich aufteilen. Auf transatlantischen Routen dominierte sie mit 41 Prozent und im Containerverkehr zwischen Asien und Amerika immer noch mit fast einem Viertel.

   "Wir sind völlig offen, was die P3-Allianz anbelangt. Aber der in einer Hand gebündelte Betrieb sowie die schiere Größe dieses Unterfangens weckt Bedenken", warnt Bruce Carlton vom US-Lobbyverband NITL, der Interessen der Transportunternehmen des Landes vertritt. Sowohl die Zahl der Schiffe als auch die Containermenge wirkten beunruhigend. Die Allianz soll - wenn alles glattläuft - bis zum zweiten Quartal 2014 unter Dach und Fach sein.

   Maersk-Chef Nils Andersen zeigte sich zuversichtlich über die Genehmigungsaussichten. Der Druck auf die Wettbewerber müsse differenziert betrachtet werden. "Es ist sehr schwer für kleine Allianzen mit gerade mal 2 Prozent Marktanteil, auf den großen Handelsrouten zu bestehen. Mit oder ohne P3 müssen Kleinreedereien ihre Ausgangsposition überdenken."

   CMA CGM wollte sich nicht äußern. Die Gespräche mit den Aufsehern seien vertraulich, war von der Schweizer MSC zu hören.

   Das Kalkül der drei Reedereien ist einfach. Sie wollen von Schanghai bis Rotterdam und New York bis zur US-Westküste Schiffe und Hafenkapazitäten gemeinsam nutzen. Die maue Weltwirtschaft, hartnäckig niedrige Frachttarife und hohe Treibstoffkosten schnitten tief in die Profitmargen. Die Partner brächten ihre größten Schiffe mit in die Allianz ein, die mehr als 12.000 Container aufnehmen können. Dazu zählt auch der neue Schiffstyp von Maersk Triple E, der rund 18.000 Container fasst.

   Zu den Konkurrenten der drei großen Schiffsbetreiber gehören auch die Reedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd aus Deutschland. Bei diesen beiden steht seit geraumer Zeit ein Zusammenschluss im Raum. Zwar sind erste Gespräche gescheitert, beide Seiten haben sich jedoch ein Hintertürchen offen gelassen. Informanten hatten gesagt, dass die Aktionäre Druck auf die Unternehmen ausüben, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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   November 20, 2013 03:11 ET (08:11 GMT)

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