02.05.2016 11:50:46

Weidmann: Geldpolitik darf nicht zum Gefangenen werden

   Von Hans Bentzien

   LEIPZIG/FRANKFURT (Dow Jones)-- Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält eine expansive Geldpolitik im Euroraum angesichts des niedrigen Inflationsdrucks für angemessen. Weidmann warnt die Europäische Zentralbank (EZB) jedoch davor, die Zinsen länger als nötig niedrig zu halten und sich zum Gefangenen von Finanzmärkten und Finanzpolitik zu machen.

   "Vor dem Hintergrund des äußerst geringen und nur langsam steigenden binnenwirtschaftlichen Preisdrucks ist eine expansive Geldpolitik derzeit sicher angemessen. In Bezug auf die Geldpolitik kommt es aber entscheidend darauf an, dass die derzeitige Niedrigzinsphase nicht länger dauert, als mit Blick auf die Preisstabilität unbedingt nötig, und dass die Geldpolitik in der Zwischenzeit ihre Unabhängigkeit bewahrt und nicht zum Gefangenen der Finanzmärkte oder der Finanzpolitik wird", sagte Weidmann laut vorab verbreitetem Redetext in Leipzig.

   Eine expansive Geld- und Fiskalpolitik könne Wachstumsprobleme vorübergehend übertünchen - so wie Fieber senkende Mittel die Symptome der Erkältung milderten. Aber lockere Geldpolitik und Konjunkturprogramme könnten kein dauerhaftes Wachstum schaffen, so wie Schmerzmittel nicht die Krankheit selbst heilen. "Gleichzeitig erscheinen Reformen dann aber möglicherweise nicht mehr so dringlich und der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik könnte später einmal schwieriger werden", sagte der Bundesbank-Präsident.

   Die EZB hat ihre Politik erst im März deutlich gelockert. Manche Ökonomen erwarten allerdings, dass die EZB gegen Jahresende erneut das Volumen ihrer Wertpapierkäufe ausweiten und/oder das Leitzinsniveau weiter senken wird.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/kla

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   May 02, 2016 05:35 ET (09:35 GMT)

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