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05.10.2015 12:00:00

VW-Ermittlung belastet im Abgasskandal Entwicklungschefs schwer

Von William Boston

   WOLFSBURG (Dow Jones)-- Die fieberhafte interne Suche von VW nach Schuldigen für den Abgasskandal konzentriert sich jetzt auf zwei Spitzeningenieure des Autobauers. Beiden soll es trotz anderslautender Zusagen einst nicht gelungen sein, einen sauberen Dieselmotor für die USA zu entwickeln, und deshalb hätten sie mit der Software getrickst, erklärten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

   Bei den beiden Spitzenkräften handelt es sich um Audis Chefingenieur Ulrich Hackenberg und den Entwickler von Porsches siegreichen Le-Mans-Motoren, Wolfgang Hatz. Die beiden Ingenieure gehören zu einer Reihe von Technikern, die nach dem Abgasskandal vom Dienst suspendiert wurden. Sie reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

   Hackenberg und Hatz gelten als zwei der klügsten Köpfe in der deutschen Autobranche. Beide rückten in Chefsessel der Forschung und Entwicklung bei VW auf, nachdem Martin Winterkorn im Januar 2007 zum Konzernchef ernannt wurde. Mehrere Manager, die die strengen US-Abgasauflagen nur schwer einhalten konnten, hätten versucht, die Höhe der Emissionen zu verschleiern, räumte VW inzwischen ein.

   Seit der Abgasskandal voll entbrannte, haben mehrere Länder den Verkauf bestimmter VW-Fahrzeuge gestoppt. Die Regulierer erwägen jetzt sogar, ihre Abgasnormen für Dieselmotoren noch zu verschärfen.

   Details zur internen Ermittlung wurden nicht bekannt. Doch Hackenberg und Hatz sowie der Chefentwickler der Marke VW, Heinz-Jakob Neusser, sind enge Vertraute Winterkorns. Sie werden durch die aktuellen Beweise schwer belastet. "Unser Unternehmen hat gegenüber der US-Umweltbehörde, der kalifornischen Abgaskommission und allen Kunden gelogen", gestand VW-Amerika-Chef Michael Horn in New York zähneknirschend ein. "Wir haben total versagt."

   Jahrelang strebte VW in den USA nach einem Durchbruch bei den bislang immer mauen Verkaufszahlen. VW wollte bis 2018 weltweit pro Jahr zehn Millionen Autos absetzen. Zu diesem Zweck wollte Winterkorn Marktführer auf den drei weltgrößten Märkten werden. Unter Winterkorn rückte VW zum größten Auslandsautobauer im Reich der Mitte vor. In Europa gehört seit längerem eines von vier Autos in den Verkaufssalons zu den Wolfsburgern beziehungsweise ihren acht Marken, wozu noch unter anderem Audi, Skoda, Porsche, Seat, Bentley und Lamborghini zählen.

   VW erreichte das Zehn-Millionen-Fahrzeuge-Ziel schon 2014 - vier Jahre vor der Frist. In der ersten Jahreshälfte 2015 überholte das niedersächsische Unternehmen sogar Toyota und GM. Aber um den globalen Automarkt zu dominieren, mussten die US-Verkäufe kräftig anziehen. Winterkorn gab einst die Parole aus, dass sich von 2009 bis 2018 die Zahl der abgesetzten Autos in den USA verdreifachen sollten.

   Zwar sind Diesel in Deutschland durchaus beliebt. Aber in den USA machten sie im Jahr 2007 nur 5 Prozent des Marktes aus. Der Diesel rückte ins Zentrum der Verkaufsoffensive von VW in den USA. Deutsche Ingenieurskunst sollte in der "sauberen Diesel" Technologie gipfeln.

   Vor mehr als einem Jahrzehnt begann die Kampagne zum "sauberen Diesel". Damals führte sie Markenchef Wolfgang Bernhard an, den der damalige Konzernchef Bernd Pischetsrieder von Daimler abgeworben hatte. Bernhard schickte sich an, einen neuen Dieselmotor EA189 für den US-Markt zu bauen. Bernhard und Pischetsrieder wiesen in einer gemeinsamen Erklärung jetzt aber jegliche Verantwortung für den Abgasskandal weit von sich.

   Bernhard wollte eigentlich eine neue Diesel-Technologie bei VW einführen, die von seinem früheren Arbeitgeber Daimler und dem Zulieferer Bosch entwickelt worden war - die BlueTec. "Vor dem Hintergrund von härteren Abgasauflagen wollten wir eine Dieseltechnologie schaffen, die die kommenden 15 Jahre mithalten kann", erinnert sich ein bei damaligen Treffen in Wolfsburg anwesender Manager. VWs eigene Technologie war nach seiner und der Meinung vieler Ingenieure nicht ausgereift genug. Doch Hackenberg und Hatz hätten sich damals scharf von Bernhards Entscheidung distanziert, die VW-eigene Technologie über Bord zu werfen.

   Bis Ende 2006 hatten Bernhard und sein Team einen Prototypen für ihren Motor fertig. Im Dezember 2006 drängte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech dann Pischetsrieder aus dem Konzern. Einen Monat später warf auch Bernhard das Handtuch. Winterkorn wurde Konzernchef und Hackenberg sowie Hatz zu Chefs der Forschungsabteilung.

   Wenige Monate später - im August 2007 - kündigte VW den Lizenzvertrag mit Daimler über die BlueTec-Technologie, da die Wolfsburger nicht die Konkurrenzmarke verwenden wollten. Der trotzdem entwickelte Dieselmotor wurde in TDI umbenannt. Die Manipulationssoftware dürfte in dem EA-189-Motor einige Zeit früher eingesetzt worden sein, bevor dieser im Jahr 2008 in die Massenproduktion ging, so zwei Insider.

   In einem Interview aus dem vergangenen Jahr beschrieb Hackenberg, wie er Piech in den 1990ern ein Modell für einen neuen Audi präsentierte, aus dem schließlich der A4 wurde. Hackenberg plante später auf der gleichen Plattform wie der des A4 ein längeres Auto zu bauen: Der Audi A6 war geboren. Einige Zeit darauf, als er schon VW-CEO war, forderte Piech Hackenberg auf, mit Hilfe der gleichen Plattform auch den VW-Passat zu bauen. VW baut nun für die eigene Marke sowie Audi, Porsche, Bentley und bald Lamborghini auf der gleichen Plattformen seine sportlichen Geländewagen (SUV).

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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   October 05, 2015 05:47 ET (09:47 GMT)

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