03.11.2015 09:08:33

US-Verbraucher sind in Kauflaune - Europäer knausern dagegen

   Von Ian Talley

   NEW YORK (Dow Jones)--In den USA gewinnt das Verbrauchervertrauen zunehmend an Fahrt. Dagegen zeigen sich die von der Flüchtlingskrise aufgeschreckten europäischen Konsumenten eher zurückhaltend, wie eine neue Studie der Marktforscher von Nielsen zeigt.

   Das US-Verbrauchervertrauen kletterte im dritten Quartal auf den höchsten Wert, seit Nielsen vor rund einem Jahrzehnt mit seiner Umfrage begann. "Trotz gemischten wirtschaftlichen Signalen aus den USA hat sich das Verbrauchervertrauen verbessert und die Konsumausgaben treiben die Ökonomie an", erläutert Vizepräsidentin Louise Keely von Nielsen.

   Der Sprung im US-Verbrauchervertrauen um 18 Prozentpunkte kommt überraschend. Die Konsumausgaben legten im September nämlich nur marginal zu - und zwar so wenig, wie seit Januar nicht mehr. Hier belasteten die Marktturbulenzen in China und die Befürchtung, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt viel stärker an Wachstum einbüßt als bisher angenommen. Die US-Konsumenten würden diese Sorgen aber bereits beiseitewischen, was möglicherweise auf stärkere Ausgaben im Oktober hindeute.

   Derweil sorgen sich die Chinesen allem Anschein nach nicht sonderlich um die steigenden Schuldenniveaus, schwächelnde Produktion und maue Wachstumsaussichten in ihrem Land. Das Verbrauchervertrauen war im Reich der Mitte im dritten Quartal ziemlich unverändert.

   Dafür herrscht in Europa Pessimismus vor. Die Europäer fürchten sich vor Terrorismus und den potenziellen wirtschaftlichen Folgen der Flüchtlingskrise, so Keely. "Es gab einen ziemlich ausgeprägten Anstieg der Ängste vor Terrorismus, Krieg und Immigration in vielen europäischen Ländern, aber auch einigen Staaten des Nahen Ostens." Weiter fügte sie hinzu: "Wir glauben, in Europa ist diese Entwicklung mit der Flüchtlingskrise verknüpft. Generell verstärkt sich momentan die Wahrnehmung und Sensibilität für einige Aspekte der Dynamik im Nahen Osten und wie sie sich auf Europa auswirken."

   In Deutschland beispielsweise geben 23 Prozent der Befragten an, dass Terrorismus eine große Sorge für sie ist. Das ist ein Anstieg um satte acht Prozentpunkte zum Vorquartal. Ein ähnlicher Trend lässt sich für Gesamteuropa konstatieren. Die Ängste vor zunehmender Immigration nahmen ebenfalls zu.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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   November 03, 2015 02:36 ET (07:36 GMT)

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