Lufthansa Aktie
WKN: 823212 / ISIN: DE0008232125
27.03.2014 11:01:31
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Streik behindert massiv den Flugverkehr in Deutschland
Von Britta Becks
Anders als im Februar hat der Warnstreik der Gewerkschaft verdi bislang nicht zu einem Chaos an Deutschlands größtem Flughafen geführt. Dennoch kommt es in Frankfurt zu massiven Beeinträchtigungen: Fast die Hälfte aller Flüge fällt aus. Knapp 550 von insgesamt 1.300 geplanten Flügen wurden gestrichen.
Alles in allem läuft der Betrieb nach Aussage eines Sprechers des Flughafenbetreibers Fraport aber ruhig und geordnet. Dies ist nach seinen Worten nicht zuletzt der vorausschauenden Planung zu verdanken, wodurch Passagiere überwiegend schon im Vorfeld informiert wurden und deshalb gar nicht erst anreisten.
Seit 3.30 Uhr sind Mitarbeiter bei den Bodenverkehrsdiensten im Ausstand. verdi sprach von einer hohen Streikbereitschaft in Frankfurt. Nach Schätzung von Gewerkschaftssekretär Uwe Schramm waren am Donnerstagmorgen etwa 2.000 Fraport-Mitarbeiter im Ausstand. Der Streik soll bis 14.30 Uhr dauern.
Die Deutsche Lufthansa hatte bereits rechtzeitig vorgesorgt und bis zum frühen Nachmittag insgesamt 600 Flüge in Frankfurt und München gestrichen und die Passagiere darüber im Vorfeld soweit wie möglich in Kenntnis gesetzt.
Damit fallen bei Deutschlands größter Airline fast alle innerdeutschen Flüge und Europaverbindungen aus, die normalerweise für diesen Zeitraum geplant gewesen wären. Auch einige Interkontinentalflüge mussten abgesagt werden. Ansonsten ist die Lufthansa mit Blick auf ihre Interkontinentalflüge aber relativ entspannt: Manche Lufthansa-Maschinen werden nach Aussage eines Sprechers am Startort schlicht später abheben, um erst nach Ende des Warnstreiks in Deutschland zu landen.
Die Lufthansa hofft, nach Ende des Warnstreiks relativ schnell zu einem normalen Flugbetrieb zurückkehren zu können. Mit Verspätungen und einzelnen Annullierungen müssen Flugreisende aber weiterhin rechnen. Passagieren, die ihren Flug wegen des Warnstreiks nicht antreten konnten, wurden Umbuchungen oder eine alternative Reisemöglichkeit mit der Bahn angeboten. Normalerweise fertigt Deutschlands größte Airline am Tag etwa 1.800 Flüge ab.
Die Gewerkschaft verdi bestreikt heute neben Deutschlands größtem Airport auch die Flughäfen München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart, um den Druck im Tarifstreit zu erhöhen. verdi erwartet, dass die Arbeitgeberseite bei der nächsten Verhandlungsrunde am 31. März bzw. 1. April ein Angebot vorlegt.
Erst Ende Februar hatte verdi mit einem Streik der privaten Sicherheitskräfte den Frankfurter Flughafen komplett lahmgelegt. Zehntausende Passagiere strandeten damals am Airport. Nach früherer Aussage von Lufthansa-Passage-Vorstandsmitglied Peter Gerber kostete dieser Ausstand die Lufthansa rund 3 Millionen Euro.
Auch der heutige Warnstreik wird bei der Lufthansa finanzielle Schäden in Millionenhöhe verursachen, obwohl die Lufthansa nicht Partei in dieser Tarifauseinandersetzung ist, wie Personalvorstand Bettina Volkens bereits kritisiert hatte.
Zudem drohen bereits weitere Arbeitskämpfe: Die 5.400 Piloten von Lufthansa und Germanwings wollen demnächst ebenfalls für höhere Löhne und eine Vorruhestandsregelung kämpfen.
Im Unterschied zu Deutschland größtem Flughafen bekam der Hamburger Airport den Warnstreik bislang kaum zu spüren. Dort hätten die Streikmaßnahmen keine Auswirkungen auf den eigenen Flugbetrieb, erklärte der Flughafenbetreiber.
Einschränkungen gebe es lediglich im innerdeutschen Flugverkehr, weil die Zielflughäfen Frankfurt und München von den Streikmaßnahmen betroffen sind. Bisher seien 16 Lufthansa-Abflüge und 16 Ankünfte von und nach München und Frankfurt abgesagt worden.
Alle anderen innerdeutschen Verbindungen würden dagegen wie geplant geflogen. Auch internationale Verbindungen seien nicht betroffen.
Der Hamburger Flughafen hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass der verdi-Warnstreik voraussichtlich keine größeren Auswirkungen auf den eigenen Flugbetrieb haben wird, weil für den Großteil der operativen Bereiche und der Sicherheitskontrolle in Hamburg gesonderte Tarifverträge gelten, die derzeit nicht zur Verhandlung anstehen.
Anders dagegen am Flughafen Köln Bonn: Dort hat ein Großteil der Mitarbeiter des Bodenverkehrsdienstes mit Beginn der Frühschicht die Arbeit niedergelegt. Bei den Abflügen kommt es zu ersten Verspätungen, außerdem ist mit weiteren Behinderungen zu rechnen.
Die Lufthansa hatte bereits am Vortag vorsorglich vier geplante Umläufe von Köln Bonn nach München gestrichen; Air France/KLM je einen Umlauf nach Paris und Amsterdam sowie einen weiteren Abflug nach Amsterdam. Insgesamt stehen in Köln Bonn von 5.30 bis 14.00 Uhr rund 80 Starts und Landungen auf dem Flugplan.
Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings gibt es nach Aussage einer Pressesprecherin bislang keine größeren Beeinträchtigungen. Allerdings lasse sich nicht voraussagen, wie sich die Situation im Tagesverlauf entwickeln wird. Über den aktuellen Stand will Germanwings zeitnah auf ihrer Homepage informieren.
Nach Aussage eines Sprechers des Flughafens München fliegt auch die Lufthansa-Regionaltochter Air Dolomiti regulär. Ohnehin ist die Lage in München nach seinen Worten vergleichsweise entspannt. Die Streikbeteiligung bei den Bodendienstmitarbeitern liege gegenwärtig bei knapp 30 Prozent. Aktuell seien insgesamt 131 Flüge gestrichen worden. Langstreckenflüge sind davon überhaupt nicht betroffen.
Der Flughafen München kommt an Donnerstagen normalerweise auf insgesamt 1.000 bis 1.100 Starts und Landungen.
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March 27, 2014 05:29 ET (09:29 GMT)
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