04.03.2014 15:51:00
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Telekom-V-Prozess - Gutachter: Projektpotenzial kaufentscheidend
Hier habe er nur die damals vorhandenen verkauften Flächen berücksichtigt, normalerweise würde man aber versuchen, das Ausbaupotenzial für das Dachgeschoß in die Berechnungen einzubeziehen. Die Einreichpläne, auf denen das Projekt aufbaue, seien - entsprechend dem Gerichtsauftrag - nicht berücksichtigt worden. "Die Entwicklung macht es aus", gab Popp, seit 15 Jahren Gutachter, zu bedenken. Replik der leicht genervten Richterin: "Das ist eine rechtliche Wertung."
Popp war in seinem ersten Gutachten, für das er den Kaufvertrag zugrunde legte, auf einen Wert der Immobilie von 9,8 Mio. Euro zum Verkaufsangebots-Zeitpunkt Mai 2006 gekommen. In dem nun präsentierten "Ergänzungsgutachten" hatte er zunächst in einer Variante den dreigeschoßigen Dachgeschoßausbau - der im Kaufvertrag dem Käufer, dem Ehepaar Huber, gewährt worden war - ausdrücklich nicht berücksichtigt und war auf einen Wert von 6,9 Mio. Euro gekommen. In einer zweiten Variante des Ergänzungsgutachtens hatte er auch die - im Kaufvertrag ausdrücklich zugesagte - Wohnungseigentumsbegründung nicht berücksichtigt und war so für die verkauften Büroflächen auf 5,5 Mio. Euro gekommen.
Tatsächlich hatte das Ehepaar Huber die Immobilie von der Telekom um 5,4 Mio. Euro im Dezember 2006 gekauft und ein knappes Jahr später um rund das Doppelte an den Objektentwickler Seeste weiterverkauft. Die Anklage wirft den Telekom-Managern vor, die Immobilie zu billig verkauft und damit Untreue an der Telekom begangen haben, Ex-ÖBB-Chef Martin Huber und seine Frau sind wegen Beihilfe angeklagt. Die Seeste hat das Dachgeschoß ausgebaut und Luxuswohnungen errichtet. Der Vertreter der privatbeteiligten Telekom wollte vom Gutachter wissen, welches Gutachten dem vorliegenden Kaufvertrag entspreche. Das Hauptgutachten mit 9,8 Mio. Euro ermittelten Wert, so der Sachverständige.
Die Verteidigung wollte wissen, ob für Handymasten auf dem Dach extra Abschläge verrechnet wurden. Popp verneinte dies, da auch auf den Vergleichsobjekten, die er für seine Berechnung herangezogen hatte, Handymasten angebracht sind. Der Einwurf der Verteidiger, dass es aufgrund der technischen Ausstattung des Telekom-Gebäudes sehr laut sei, bestritt Popp. Wo Computer arbeiten gebe es ein Surren, das sei in jedem Büro so. Außerdem gab es Betriebsanlagengenehmigungen, dafür müssten Schallgrenzwerte eingehalten werden.
(Schluss) stf/gru/ivn
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