04.06.2014 11:32:30
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Stada hält an Osteuropa-Strategie fest
Von Natali Schwab
Der Generikahersteller Stada hält ungeachtet der geopolitischen Spannungen wegen des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland an seiner Osteuropa-Strategie fest. Stada sei überzeugt, "dass eine Normalisierung der dortigen politischen Situation auch eine wirtschaftliche Erholung nach sich ziehen wird", sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Retzlaff auf der Hauptversammlung des Unternehmens.
Russland gehört zu den wichtigsten Märkten Stadas, das Unternehmen erwirtschaftet dort rund 20 Prozent seines Umsatzes. Die Unruhen in der Ukraine und die Unsicherheit über den Fortgang der Ereignisse hatten den Rubelkurs einbrechen lassen und Stada Ende März zur Senkung der Prognose gezwungen. Doch nicht nur die negativen Währungseffekte schlagen ins Kontor: Auch die Nachfrage in Russland selbst ist gesunken, da der Markt in hohem Maße durch Selbstzahler geprägt ist.
Die politischen Unruhen würden von der russischen Bevölkerung viel ernster genommen werden, als "wir das hier durch die hiesige Medienberichterstattung mitbekommen", sagte Retzlaff. Durch den schwachen Rubelkurs stiegen auch die Preise, da Russland viel importieren müsse, insbesondere Lebensmittel. Damit stünde den Russen weniger Geld zur Verfügung. Aus diesem Grund leide auch die Nachfrage für Stada-Produkte, insbesondere für solche, die mehr zum Bereich Lifestyle zählten.
Russland werde aber nach Beendigung der Krise "mittel- bis langfristig" wieder zu den Wachstumsmärkten zählen, ist der Stada-Vorstandsvorsitzende überzeugt. "Es wird eine Frage der Zeit sein, wann wir im russischen Markt wieder Besserung sehen."
Auch dürfe man nicht vergessen, dass Schwellenländer eine besondere Herausforderung darstellten. "Das heißt jedoch nicht, dass wir uns gleich bei dem ersten Hindernis, das sich uns in den Weg stellt, aus einem Markt verabschieden, der weiterhin Potenzial hat."
Stada werde sich weiter auf langfristige Wachstumsmärkte ausrichten und dort expandieren, auch durch Zukäufe. Retzlaff sieht sein Unternehmen, das immer wieder im Zentrum von Übernahmegerüchten steht, gut aufgestellt. Stada verfüge über eine starke Präsenz in europäischen Marktregionen, ein umfangreiches Generikaportfolio sowie starke Marken und eine erfolgreiche Produktentwicklung mit einer gut gefüllten Produktpipeline. Dazu habe Stada die kritische Masse, "um uns alleine behaupten zu können."
Kontakt zum Autor: natali.schwab@wsj.com
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June 04, 2014 05:30 ET (09:30 GMT)
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