Prognose bestätigt |
05.05.2014 09:55:00
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Sonderertrag und Absatz geben Wacker Chemie Gewinnschub
Das operative Ergebnis (EBITDA) schnellte um gut 73 Prozent auf 285 Millionen Euro nach oben. Das war weniger als vier von Dow Jones befragte Analysten mit 305 Millionen Euro erwartet hatten. Die Aktie verlor deshalb 3 Prozent und notierte am Morgen bei 85,88 Euro.
Ohne Berücksichtigung des Sonderertrags von 114 Millionen Euro wäre das operative Ergebnis um rund 29 Prozent gewachsen. Der Sonderertrag resultiert - wie im Februar angekündigt - aus dem Schadenersatz für die Auflösung eines großen Liefervertrages. Ein großer Polysiliziumkunde aus der Solarindustrie hatte wegen des Preisverfalls bei Polysilizium seinen Vertrag neu verhandelt. Wacker Chemie hatte sich dem Kunden, der aus Wettbewerbsgründen nicht genannt wird, auf neue Liefermengen und Preise geeinigt. Langfristig ergeben sich dadurch geringere Erlöse für Wacker, die aktuelle Quartalsbilanz wird durch die einbehaltenen Vorauszahlungen und Schadenersatzleistungen aber noch aufpoliert.
Unter dem Strich verdienten die Münchner gut 64 Millionen Euro, nach nur 5 Millionen im Krisenjahr 2013. Die Erlöse kletterten um knapp 8 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro.
Vorstandschef Rudolf Staudigl beurteilte die Geschäftsentwicklung im Quartal positiv: "Die Nachfrage unserer Kunden nach unseren Produkten ist im ersten Quartal in allen Geschäftsbereichen spürbar gewachsen", sagte er. Gleichzeitig habe in einigen Segmenten der Preisdruck nachgelassen.
"Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Quartal sowie die aktuelle Auftragslage haben unsere Zuversicht für die kommenden Monate weiter gestärkt", erklärte der Wacker-Chef. "Speziell bei Solarsilizium sehen wir bessere Preise als vor einem Jahr".
Bei den Jahresprognosen ließ der Konzern wie gewohnt Vorsicht walten und bestätigte nur den zuletzt gegebenen Ausblick. Der Konzern peilt einen Anstieg des operativen Ergebnisses (EBITDA) um mindestens 10 Prozent an. Vor dem Hintergrund des hohen Sonderertrags im Auftaktquartal sollte das Ziel nach Ansicht von Analysten locker zu erreichen sein. Auch den Konzernjahresüberschuss, der im Vorjahr auf nur noch 6 Millionen Euro abgeschmolzen war, will Wacker wieder verbessern. Den Umsatz will das Unternehmen im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern.
Im Quartal trugen alle Geschäftsbereiche zum Erlöswachstum bei. Preisdruck in einigen Produktsegmenten sowie ungünstige Währungskurse konnte Wacker Chemie dank der guten Nachfrage mehr als ausgleichen.
Im Polysiliziumgeschäft, das 2013 wegen Überkapazitäten und Preisdruck stark eingebrochen war, wuchsen die Absatzmengen und der Umsatz im Auftaktquartal wieder. Die Erlöse legten um gut 11 Prozent auf 262 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis hat sich mit 180 Millionen Euro mehr als verdreifacht, was allerdings hauptsächlich dem Sonderertrag zu verdanken war.
Ohne die Berücksichtigung von Sondererträgen hat sich das operative Ergebnis mit 66 (Vorjahr gut 20) Millionen Euro im Quartal gegenüber dem Vorjahr ebenfalls mehr als verdreifacht. Wacker Chemie geht davon aus, dass der Photovoltaikmarkt im laufenden Jahr sein Wachstum fortsetzen wird. Bei den Polysiliziumpreisen rechnet das Unternehmen weiter mit eine leichten Erholung. Die Münchner gehören zu den weltweit größten Produzenten von Reinstsilizium, das als Grundstoff für Solaranlagen benötigt wird.
Im Halbleitergeschäft Siltronic stiegen die Erlöse im Quartal deutlich um 19 Prozent. Hier profitierte Wacker neben kräftig gestiegenen Absatzmengen von der mehrheitlichen Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens mit Samsung zur Herstellung von 300-Millimeter-Wafern in Singapur. Anhaltender Preisdruck und ungünstige Wechselkurseffekte konnte Wacker Chemie in der Sparte mit Maßnahmen zur Kostensenkung größtenteils kompensieren.
In den großen Chemiesegmenten Silicones und Polymers sind die Erlöse im Quartal unter anderem wegen der gute Nachfrage aus der Bauindustrie ebenfalls gestiegen. Die operativen Ergebnisse (EBITDA) blieben aber unter Vorjahr, was hauptsächlich gestiegenen Rohstoff- und Personalkosten geschuldet war.
An der Börse reagierten Händler zunächst zurückhaltend auf die Zahlen. Während Umsatz und Unternehmensprognose im Rahmen der Erwartungen lagen, stört sie der unter den Erwartungen liegende operative Gewinn. "Nachdem die Aktie am Freitag schon so deutlich angesprungen ist, könnte das heute für Enttäuschung sorgen", sagte ein Händler. Nach einer Kursrally von über 100 Prozent binnen einen Jahres sei die Aktie ohnehin anfällig für Gewinnmitnahmen.
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