15.06.2016 18:44:40
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'Panama Papers': Schweizer Justiz ermittelt wegen Datenleck
GENF (dpa-AFX) - In der Affäre um die "Panama Papers" hat die Schweizer Justiz ein Strafverfahren wegen des Datenlecks bei der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca eingeleitet. Die Ermittlungen seien durch eine Anzeige der Firma in Gang gesetzt worden, bestätigte ein Sprecher der Genfer Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Einzelheiten nannte er nicht.
Zuvor hatte die Schweizer Zeitung "Le Temps" berichtet, ein Informatiker der Genfer Zweigstelle von Mossack Fonseca sei vor einigen Tagen vorläufig festgenommen worden. Ihm werde vorgeworfen, ein großes Datenvolumen entwendet zu haben. Es sei Anklage wegen unbefugter Datenbeschaffung sowie Veruntreuung erhoben worden.
Das mit Hilfe von Mossack Fonseca errichtete weltweit verzweigte Netz aus Briefkastenfirmen war Anfang April durch Veröffentlichungen unter anderem der "Süddeutschen Zeitung" bekannt geworden. Eine anonyme Quelle hatte Journalisten riesige Datenmengen zugespielt, darunter E-Mails, Verträge und andere Dokumente.
Zu Details der Klage oder des Strafverfahren wollte der Mediensprecher der Genfer Justizbehörden, Henri Della Casa, auf Anfrage der Schweizer Nachrichtenagentur SDA keine Angaben machen. Ein bislang unbekannter Informant hatte rund 2,6 Terabyte an Daten übermittelt, die vom Internationalen Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) ausgewertet wurden./bur/DP/edh

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