23.04.2013 15:58:00

Starker Einbruch österreichischer Exporte nach Italien

Österreichs Exporte nach Italien sinken stark. Wegen der schlechten Konjunktur sind die österreichischen Ausfuhren in Richtung Italien 2012 um 9,6 Prozent auf 8,44 Milliarden Euro gefallen. Die Importe aus Italien sind ebenso rückläufig (Minus 3,9 Prozent) und erreichten ein Volumen von 8,19 Milliarden Euro, geht aus einem neu veröffentlichten Wirtschaftsreport der Außenwirtschaftsorganisation (AWO) hervor. Österreich belegt damit im Ranking der wichtigsten Lieferländer Italiens Platz 11.

Trotz seiner schrumpfenden Wirtschaft bleibt Italien mit einem Handelsvolumen von knapp 16,6 Mrd. Euro auch 2012 unangefochten Österreichs zweitwichtigster Handelspartner nach Deutschland. Dies gilt sowohl export- als auch importseitig. Die Intensität der Handelsbeziehungen ist mit den Regionen Norditaliens besonders hoch: Rund 80 Prozent der österreichischen Exporte gehen in die fünf Regionen Lombardei, Veneto, Trentino-Südtirol, Emilia Romagna und Friaul-Julisch Venetien. Auch der Großteil der rund 220 Tochterunternehmen österreichischer Firmen in Italien befindet sich in Norditalien.

Während die italienische Wirtschaft seit 1995 durchschnittlich nur mit 1 Prozent pro Jahr wuchs, haben sich die österreichischen Exporte ins Nachbarland seit dem EU-Beitritt verdreifacht und die Importe mehr als verdoppelt. Der zuletzt im Vergleich zur Importentwicklung stärkere Einbruch bei den österreichischen Exporten nach Italien, der auf die rezessionsbedingt schwache italienische Inlandsnachfrage zurückzuführen ist, führte allerdings zu einer Schmälerung des österreichischen Handelsbilanzüberschusses, der 2012 nur mehr 252 Mio. Euro ausmachte.

Zu den wichtigsten österreichischen Exporten gehören Lieferungen von Maschinenbauerzeugnissen und Fahrzeugen. Diese sind aufgrund des Wirtschaftsabschwungs in Italien 2012 zweistellig um 12,8 Prozent auf insgesamt 1,56 Mrd. Euro gefallen. Der traditionelle Bestseller Holz (1,06 Mrd. Euro) musste einen 15-prozentigen Einbruch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen. Die Lieferungen von Eisen und Stahl waren 2012 ebenfalls rückläufig (-16,9 Prozent auf 706 Mio. Euro). Der Krise in Italien trotzten jedoch die Lieferungen von Lebensmitteln und Getränken "Made in Austria", die um knapp 10 Prozent auf 1,21 Mrd. Euro zulegten. Bei den chemischen Erzeugnissen wurde ein Plus von 6,9 Prozent auf 985 Mio. Euro gemeldet.

Die österreichischen Importe aus Italien wurden auch 2012 von der Exportkategorie Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge dominiert: Mit knapp 2,4 Mrd. Euro erreichten sie fast ein Drittel der Gesamtimporte. Allerdings wurde auch in diesem Bereich ein Rückgang von 5,8 Prozent gemeldet. Die wichtige Einfuhrgruppe Lebensmittel und Getränke konnte weiter Marktanteile ausbauen. In diesem Bereich wurde ein Plus von acht Prozent auf 1 Mrd. Euro verzeichnet. Die Exporte von chemischen Erzeugnissen waren um 2,1 Prozent auf 818 Millionen Euro rückläufig. Die Eisen- und Stahllieferungen fielen 2012 um 14,1 Prozent auf 590 Mio. Euro.

(Schluss) mit/ggr

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