09.04.2013 08:30:32

Kreise: Tata Steel will Anlagen in Großbritannien verkaufen

    LONDON (dpa-AFX) - Der indische Stahlkonzern Tata Steel prüft Kreisen zufolge den Verkauf von Anlagen in Großbritannien. Damit reagiert das Unternehmen auf die wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung eingebrochene Nachfrage in Europa, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit den Vorgängen vertraute Personen am Dienstag berichtet. Auch in Australien stünden Anlagen auf dem Prüfstand. Der Konzern wollte die Meldung nicht kommentieren. Mit einem Verkauf könnte der Konzern - 2011 zwölftgrößter Stahlproduzent weltweit - seine hohen Schulden von zuletzt 10,5 Milliarden US-Dollar etwas senken.

    Entstanden waren die Verbindlichkeiten vor allem 2007, als Tata Steel den britisch-niederländischen Stahlkonzerns Corus - damals die Nummer zwei in Europa nach ArcelorMittal - übernahm. Wirklich glücklich wurden die Inder mit diesem Investment bislang nicht. Kurz nach der Übernahme brach die Wirtschaft in Europa als Folge der Finanzkrise und der geplatzten Immobilienblase in Spanien ein. Davon hat sich die europäische Stahlbranche bis heute nicht erholt. Der europäische Stahlverband geht davon aus, dass von den 210 Millionen Tonnen Kapazität 50 bis 60 Millionen zu viel sind, um die Nachfrage bei normaler Wirtschaftlage zu decken.

    Tata Steel wird zudem speziell vom schlechten Zustand der Industrie in Großbritannien belastet. Der Konzern hat mit 10,6 Millionen Tonnen einen großen Teil seiner Kapazitäten auf der Insel. Die dortigen Anlagen sind zudem nicht auf dem neusten technischen Stand, wie es in der Branche heißt. Bereits im vergangenen November hatte Tata Steel angekündigt, 900 Stellen in Großbritannien zu streichen.

    Chef der europäischen Stahlsparte des Konzerns ist der deutsche Manager Karl-Ulrich Köhler. Er war 2010 angeheuert worden, nachdem er zuvor als Chef der Stahlsparte von ThyssenKrupp gefeuert worden war. Köhler war damals für Fehler beim Bau des neuen Stahlwerks in Brasilien verantwortlich gemacht worden. Vielen galt er damals als Bauernopfer. Inzwischen steckt ThyssenKrupp wegen des Stahlwerks in Brasilien in einer tiefen Krise, zahlreiche Manager mussten gehen./enl/she/fbr

JETZT DEVISEN-CFDS MIT BIS ZU HEBEL 30 HANDELN
Handeln Sie Devisen-CFDs mit kleinen Spreads. Mit nur 100 € können Sie mit der Wirkung von 3.000 Euro Kapital handeln.
82% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
Eintrag hinzufügen
Hinweis: Sie möchten dieses Wertpapier günstig handeln? Sparen Sie sich unnötige Gebühren! Bei finanzen.net Brokerage handeln Sie Ihre Wertpapiere für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade? Hier informieren!
Es ist ein Fehler aufgetreten!

Indizes in diesem Artikel

DAX 22 799,78 1,74%
STOXX 50 4 776,91 0,81%
EURO STOXX 50 5 527,18 1,46%
CAC 40 8 165,42 1,42%
IBEX 35 13 116,80 0,80%
AEX 931,23 0,16%
FTSE GLOB G IND -
EURONEXT 100 1 599,36 1,06%
Prime All Share 8 809,86 1,71%
HDAX 11 874,79 1,80%
CDAX 1 947,60 1,70%
EURO STOXX 565,45 1,40%
SBF 120 6 163,98 1,40%
Next CAC 70 3 519,63 -0,50%