15.02.2013 08:01:31

G-20 wollen sich gegen Abwertungswettlauf aussprechen - Entwurf

   Von Costas Paris und Christian Grimm

   MOSKAU--Die Gruppe der 20 mächtigsten Industrie- und Schwellenländer will sich bei ihrem im Laufe des Tages beginnenden Treffen auf eine stabile und wachstumsfördernde Geldpolitik verpflichten. Wie aus einem Entwurf für das Abschlusskommuniqué hervorgeht, werden sich die 20 Staaten verbal gegen einen Abwertungswettlauf ihrer Währungen aussprechen. Das Kommuniqué soll zum Ende des Treffens am Samstag verabschiedet werden.

   In den vergangenen Wochen hatte sich die Diskussion über einen Abwertungswettlauf neu entzündet. Vor allem die neue japanische Regierung wurde kritisiert, den Yen durch ihren neuen Kurs übermäßig zu schwächen. Bundesbank und Bundesregierung warnten davor, die Notenbanken vor den Karren zu spannen, um durch eine ultralockere Geldpolitik den Außenwert der Währungen zu schwächen. Ein schwächerer Yen nützt den japanischen Unternehmen, weil ihre Exporte damit billiger werden.

   Aufstrebende Schwellenländer wie Brasilien wähnen sich schon länger in einem Währungskrieg, der nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 begonnen hat. Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff wirft den reichen Industrieländern mit Wachstumssorgen vor, durch die Niedrigzinspolitik für einen Strom heißen Kapitals zu sorgen. Auf der Suche nach renditestarken Anlagechancen strebe es in die neuen Märkte und treibe die Währungen, wie zum Beispiel den brasilianischen Real, nach oben.

   Ein hoher Beamter eines G-20-Landes bestätigte Dow Jones Newswires, dass die Finanzminister über mögliche Rückkopplungseffekte ihrer Finanz- und Wirtschaftspolitik auf andere Volkswirtschaften beraten wollen. "Wir erneuern unsere Verpflichtung, die anhaltenden Ungleichgewichte durch gemeinsames Handeln zu verringern, um eine falsche Ausrichtung der Zinspolitik zu vermeiden, von Abwertungen Abstand zu nehmen und dem Protektionismus zu widerstehen", heißt es in der Abschlusserklärung dazu.

   Laut dem Beamten wird in dem Schriftstück aber keine einzelne Landeswährung speziell in den Fokus gerückt. Das hatten einige G-20-Mitglieder mit Blick auf den Yen gefordert.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/DJN/chg/cbr

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   February 15, 2013 01:31 ET (06:31 GMT)

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