22.04.2014 15:02:32
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Moskau will Abhängigkeit von Importen abbauen
Von Andrey Ostroukh
MOSKAU--Im Angesicht der westlichen Sanktionen will Moskau die Abhängigkeit von Importgütern abbauen. Doch die Wachstumsstrategie wolle Russland nicht ändern, sagte Premierminister Dmitrij Medwedew. Die russische Wirtschaft steuert derzeit auf die erste Rezession seit der Großen Finanzkrise im Jahr 2009 zu, weil der Schlagabtausch mit dem Westen den Rubel auf ein Rekordtief geschickt, eine Kapitalflucht losgetreten und das Investitionsklima vergiftet hat.
Medwedew sagte, Russland dürfte in diesem Jahr ein ähnliches Wachstum wie die Europäische Union erzielen. Zu Jahresbeginn hat der Internationale Währungsfonds dem Euroraum ein Wachstum von rund ein Prozent vorhergesagt, was ungefähr der optimistischen Prognose des Moskauer Finanzministeriums für Russland entspricht. Sollte der Kapitalabfluss jedoch so stark bleiben wie im ersten Quartal und 150 Milliarden US-Dollar erreichen, dann dürfte die Wirtschaft um 1,8 Prozent schrumpfen, schätzte das Ministerium in Moskau.
In einer Rede vor dem Parlament sagte Medwedew, die Regierung werde die russischen Bürger vor den Folgen der Sanktionen schützen. Heimische Produzenten erhielten Hilfe, sollten ausländische Partnerfirmen die Kooperation mit russischen Unternehmen einschränken. Moskau selbst habe kein Interesse, dass "ökonomische Verbindungen nach Europa gekappt" würden.
Der Premierminister gelobte, dass die Regierung im Falle neuer Sanktionen ihre sozialen Verpflichtungen erfüllen werde. Die russischen Bürger dürften "nicht zu Geiseln politischer Spielchen" werden.
Die Regierung werde auch nicht zulassen, dass "unfreundliche Aktionen" von Außen die russische Rüstungsindustrie schwächten. Russland wolle seine Position auf dem globalen Waffenmarkt ausbauen, indem die militärische Zusammenarbeit mit Lateinamerika und Afrika verstärkt werde.
Die USA haben Russland mit weiteren Sanktionen gedroht, falls Moskau nicht mäßigend auf die Separatisten in der Ostukraine einwirken sollte. Bei seinem Besuch in der Ukraine will US-Vizepräsident Joe Biden Kiew den Rücken stärken und den Druck auf die russische Regierung erhöhen. Die USA bereiten eine weitere Runde von Sanktionen vor, die schon in dieser Woche verabschiedet werden könnten.
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April 22, 2014 08:26 ET (12:26 GMT)
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