Prognose erhöht 14.11.2013 13:04:33

Sparprogramm zahlt sich für Merck weiter aus

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern erntet jetzt die Früchte seines laufenden Restrukturierungsprogramms. Bei den Erlösen musste er dagegen Federn lassen. Hier spürte Merck bei einigen Wechselkursen heftigen Gegenwind, vor allem beim japanischen Yen. Weil das Sparprogramm schneller als erwartet umgesetzt werden konnte, haben die Darmstädter jetzt die Jahresergebnisprognose angehoben. Bei Analysten und Investoren kam das gut an. Die Aktie legt um rund ein Prozent zu.

"Die Tranformation läuft, wir sind gut unterwegs, Merck ist in einer sehr guter Verfassung", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Ludwig Kley. "Erwarten Sie in den kommenden Jahren noch mehr von uns, wir werden liefern", gab sich der Manager optimistisch.

Im vergangenen Jahr hatte Merck vor allem bei Pharma massive Einsparungen und einen Konzernumbau angekündigt. Hauptziel sollte sein, bei der Profitabilität wieder auf Augenhöhe mit den Wettbewerbern zu kommen. Im Konzern will Merck die Kosten in diesem Jahr um weitere 165 Millionen Euro senken, nach 115 Millionen Euro im Vorjahr. Bis 2017 sollen sich die jährlichen Einsparungen auf 385 Millionen Euro erhöhen. Der Großteil des Sparprogramms soll bis Ende 2014 bereits abgeschlossen sein. Den wesentlichen Teil der dafür erforderlichen Restrukturierungskosten hat Merck bereits verkraftet. Im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft etwa eine halbe Milliarde Euro dafür verbuchen müssen.

Im dritten Quartal legte der operative Gewinn (EBITDA) vor Sondereinflüssen um 10 Prozent auf 831 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente der Konzern 316 Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatten hohe Kosten für die Neuausrichtung der Pharma-Forschung und Entwicklung zu einem Quartalsverlust von 63 Millionen Euro geführt. Die Umsatzerlöse fielen dagegen wegen ungünstiger Wechselkurse unter das Vorjahresniveau zurück. Sie gaben um 2,3 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro nach. Organisch sind die Gesamterlöse noch um 4,7 Prozent gestiegen. Mit den Umsatzzahlen lag der Konzern etwas unter, mit dem bereinigten operativen Gewinn aber über den Analystenschätzungen.

Wegen der hohen Einsparerfolge ist Merck jetzt für das Gesamtjahr noch zuversichtlicher. Erwartet wird nun ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen von 3,2 bis 3,25 Milliarden Euro. Bislang waren 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Die Umsatzerlöse werden weiter bei 10,7 bis 10,9 Milliarden Euro gesehen. Im Vorjahr hatte Merck Umsatzerlöse von 10,7 Milliarden Euro erzielt und einen um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinn von 2,97 Milliarden Euro eingefahren.

Im größten Geschäftsbereich, der Pharmasparte Merck Serono, fielen die Gesamterlöse im Quartal belastet von negativen Wechselkurseffekten um 3,4 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Mercks größtes Einzelprodukt, das Multiple-Sklerose-Mittel Rebif, erlöste mit 460 Millionen Euro knapp 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Organisch lag der Rückgang bei 3,4 Prozent. Grund für die Einbußen war ein verschärfter Preiswettbewerb in Nordamerika. Die Region ist der wichtigste Absatzmarkt für Rebif. Bei dem Krebsmittel Erbitux fielen die Erlöse wegen ungünstiger Wechselkurse um knapp 1 Prozent auf 223 Millionen Euro, organisch stand ein Wachstum um 8,2 Prozent zu Buche. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Spartenergebnis legte dank der mittlerweile verbesserten Kostenstruktur um knapp 8 Prozent auf 501 Millionen Euro zu.

Fortschritte hat Merck vor allem bei der Senkung der Marketing- und Vertriebskosten im Quartal gemacht, sie gingen um 11 Prozent zurück. Auch bei der Reduzierung der Verwaltungskosten kam Merck weiter voran.

In der Chemiesparte Performance Materials erlöste Merck im Quartal mit 407 Millionen Euro wegen ungünstiger Währungskurse 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Organisch lag der Rückgang nur bei 2 Prozent. Die Flüssigkristalle, die Merck an die Hersteller von Flachbildschirmen, Tablet-PCs und Smartphones überwiegend nach Asien liefert, konnten ihren hohen Marktanteil und ihre Marktführerschaft auch im dritten Quartal verteidigen. Im Vergleich zum Vorquartal sind die Verkaufsmengen aber leicht gefallen. Merck führte das auf das Ende des Lageraufbaus bei den Kunden aus der Displayindustrie zurück.

Auch im vierten Quartal könnte sich diese Entwicklung fortsetzen, hieß es. Die Geschäftseinheit, die mehr als 70 Prozent zu den Umsatzerlösen der Sparte beisteuert, profitiert aber weiter von Nachfrageverschiebungen hin zu technisch anspruchsvolleren Flüssigkristallmischungen, die vor allem in größeren und hochwertigen Fernsehbildschirmen zum Einsatz kommen. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis der Sparte konnte daher im Quartal mit 197 Millionen Euro fast auf Vorjahreshöhe gehalten werden.

 DJG/hoa/cbr/smh

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