06.11.2013 14:45:32

Lloyds überprüft eigene Devisengeschäfte

   Von Chiara Albanese

   LONDON--Der sich ausweitende Skandal um Manipulationen auf dem Devisenmarkt hat womöglich auch die Lloyds Banking Group erreicht. Es sei eine "interne Überprüfung" der Devisenhandelsgeschäfte in die Wege geleitet worden, teilte die britische Bank mit. Behörden auf der ganzen Welt ermitteln im Zusammenhang mit Manipulationsvorwürfen derzeit gegen mehrere Institute.

   "Wir sind uns im Klaren darüber, dass eine Reihe von Behörden den Devisenhandel untersuchen", sagte ein Lloyds-Sprecher. Deswegen habe man den "umsichtigen" Schritt unternommen, die eigenen Aktivitäten der vergangenen Jahre unter die Lupe zu nehmen.

   Ganz freiwillig tut die Bank das aber offenbar nicht. Die Untersuchung sei erst angestoßen worden, nachdem die britische Finanzaufsicht FCA Lloyds zur Prüfung der Währungsgeschäfte aufgefordert habe, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

   So zieht der Währungsskandal immer weitere Kreise. Die FCA hatte ihre Untersuchung möglicher Manipulationen im Juni begonnen, mittlerweile sind Behörden in den USA, Hongkong, der Schweiz und in Deutschland involviert. Die Ermittlungen der FCA seien aber in einem frühen Stadium und bis zu einem Ergebnis werde es noch einige Zeit dauern, sagte ein Behördensprecher.

   Mehrere der größten Devisenhändler der Welt - darunter die Deutsche Bank, Citigroup, UBS, J.P. Morgan und Barclays - arbeiten bereits mit den Behörden zusammen. Sie haben ihnen E-mails und andere Formen der elektronischen Kommunikation ihrer Mitarbeiter übergeben. Eine besondere Rolle kommt dabei den Gesprächen in Chatrooms zu, über die sich Händler diverser Institute abgesprochen haben sollen. Die Gruppen, in denen die elektronischen Konversationen stattfinden, haben Namen wie "The Club", "The Bandits' Club", "The Dream Team" und "The Cartel", wie mit den Vorgängen vertraute Personen zu berichten wussten.

   Ein zentraler Bestandteil der Untersuchungen ist laut informierten Personen das sogenannte Devisen-Fixing. Diese tägliche Momentaufnahme des Handels wird unter anderem von Disponenten dazu genutzt, um ihre Bestände zu bewerten. Da Währungen rund um den Globus 24 Stunden am Tag gehandelt werden, gibt es keinen Zeitpunkt, zu dem der Markt schließt. Als tägliche Benchmark gilt deshalb dieses Fixing.

   Die "Fixes" werden aus den Kursbewegungen in einem kurzen Zeitraum berechnet. Das am häufigsten genutzte Fixing ist das um 16.00 Uhr Londoner Zeit. Die britische Hauptstadt ist der wichtigste Handelsplatz mit einem Anteil von 41 Prozent am weltweiten Handelsaufkommen, das pro Tag etwa 5 Billionen US-Dollar beträgt.

   Mitarbeit: Margot Patrick

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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   November 06, 2013 08:13 ET (13:13 GMT)

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