03.06.2015 09:00:00

Investoren für Mittel- und Osteuropa optimistischer

Die Investoren-Stimmung für Mittel- und Osteuropa hat sich im Mai verbessert, der Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa der Kontrollbank erreichte den höchsten Wert seit Anfang 2014. Am besten schneiden weiterhin Polen und Tschechien ab. Für die Ukraine und vor allem Russland haben sich die Einschätzungen - trotz des weiterhin negativen Grundtenors - seit der letzten Erhebung entspannt.

Der Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa, für den rund 400 Entscheidungsträger von Unternehmen befragt wurden, die ihre Mittel-Osteuropa-Zentralen in Wien haben, stieg um 2,3 auf 84,9 Punkte. Dies sei sowohl auf die verbesserte aktuelle Geschäftslage (+1,5 Punkte) als auch deutlich optimistischere Geschäftserwartungen (+2,7 Punkte) für das kommende Halbjahr zurückzuführen, so die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB).

Die Direktinvestoren erwarteten auch einen Anstieg der österreichischen Ausfuhren in die Region: Der Export-Index stieg um 3 auf 83,6 Punkte. Besonders optimistisch ist die Finanzbranche - der Exportindex kletterte um mehr als 20 auf 100,8 Punkte. Auch der Handel rechne mit stärkeren Exportumsätzen, 41 Prozent der Headquarters erwarteten Zuwächse, 8 Prozent einen Rückgang.

Verbessert habe sich die Stimmung in allen Ländern, ausgenommen Bosnien-Herzegowina. Das beste Geschäftsklima hätten im Mai neuerlich Polen und Tschechien aufgewiesen. Die Wirtschaft der beiden Länder habe zuletzt unter den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts sowie der nachlassenden Nachfrage aus Westeuropa gelitten, nun stellten sich aber die Konjunktur- und Geschäftsaussichten in beiden Ländern positiver dar.

In Polen werde für 41 Prozent der Unternehmensbeteiligungen von einer besseren Geschäftsperformance für die kommenden sechs Monate ausgegangen, im Februar seien es nur 31 Prozent gewesen. In Tschechien habe der Indikator für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen das höchste Niveau seit Juli 2008 erreicht: Für knapp ein Fünftel der bestehenden Beteiligungen gebe es Erweiterungspläne.

Bei den Banken hellte sich das Geschäftsklima dank größerer Zufriedenheit mit der aktuellen Situation und der optimistischeren Zukunftseinschätzung auf. Zurückhaltend blieben die Banken aber bei ihren Investitionsplänen. Die Mehrheit der Tochterunternehmen soll in den nächsten zwölf Monaten beibehalten werden. 14 Prozent der Niederlassungen stehen vor einer Verkleinerung oder Schließung und für nur 5 Prozent der Beteiligungen ist eine Expansion geplant.

Positiv sei die Stimmung vor allem im Handel, so die OeKB. Der Geschäftsklima-Index sei um 5,4 auf 87,4 Punkte gestiegen. Die Investoren im Handel seien auch zunehmend bereit, ihre Beteiligungen in der Region auszubauen.

(Schluss) itz/ivn

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