13.01.2016 14:45:00

Gewerbe und Handwerk starten mit Zuversicht ins erste Quartal 2016

"Die Jahresbilanz für 2015 im Gewerbe und Handwerk ist wenig berauschend, wir müssen auf eine schwarze Null hoffen", berichtete Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria. In den ersten drei Quartalen 2015 seien die Auftragseingänge bzw. Umsätze gegenüber der Vergleichsperiode 2014 wertmäßig um 2,8 Prozent gesunken - eine schlechtere Entwicklung als in anderen Sektoren der Wirtschaft.

Dennoch blicken die Unternehmen betreffend Geschäftsentwicklung und Personalplanung leicht optimistisch in das erste Quartal. "Jetzt gilt es, das Wachstum voranzutreiben und den Standort zu stärken", sagte Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk, am Mittwoch unter Verweis auf das Schaffen von Investitionsanreizen und die Verlängerung des Handwerkerbonus in diesem Jahr.

Bei den privaten Haushalten hat sich laut Scheichelbauer-Schuster ein Investitionsrückstau gebildet. Nach der Steuerreform bleibe den Österreichern nun aber "mehr im Börsel", womit wiederum investiert werden könnte. "Jetzt sollte man dazu anregen, nachhaltig zu investieren, beispielsweise in den Bau, Stichwort Energieeinsparung und altersgerechte Umbaumaßnahmen, um so die Auftragslage der Handwerksbetriebe zu stärken, meinte die Spartenobfrau in einer Pressekonferenz.

Um auf geänderte Rahmenbedingungen, größere Nachfrageschwankungen und die Konkurrenz aus Nachbarländern reagieren zu können, wird von der Sparte abermals die Flexibilisierung der Arbeitszeit gefordert. Die tägliche Normalarbeitszeit solle auf zehn Stunden angehoben werden. Zudem soll die tägliche Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden erhöht werden, an der wöchentlichen Arbeitszeit werde nicht gerüttelt. "Es geht darum, die Arbeitszeit flexibler zu gestalten, um Auftragsspitzen und -flauten sinnvoll ausgleichen zu können", sagte der Bundesinnungsmeister der Metalltechniker, Harald Schinnerl.

Eine Stärkung der Betriebe sei auch deshalb nötig, damit Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen werden, um mehr Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. "Das Handwerk und Gewerbe beschäftigt 700.000 Arbeitnehmer und ist der größte heimische Ausbildner", betonte die Spartenobfrau. Eine im Herbst angekündigte Bildungsmaßnahme für junge Flüchtlinge ist den Angaben zufolge im Gange, 50 Jugendliche befinden sich derzeit in Grundausbildung und können anschließend einer Lehre in Gewerbe und Handwerk nachgehen.

(Schluss) fwi/kre

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