15.05.2014 07:25:33

Frankreich legt GE bei Alstom größere Steine in den Weg

   Von David Gauthier-Villars

   PARIS--Frankreich übt sich im Protektionismus und will ausländischen Unternehmen die Übernahme französischer Konzerne weiter erschweren. Der französische Premierminister Manuel Valls hat ein Verordnung unterschrieben, die ihm erweiterte Kompetenzen zur Blockade einer Übernahme strategisch wichtiger Schlüsselunternehmen in Frankreich durch Ausländer einräumt. Mit diesem Schritt könnte die Position der Regierung in der aktuellen Übernahmeschlacht der Energiesparte von Alstom durch General Electric gestärkt werden.

   In der zweiseitigen Verordnung, die im französischen Amtsblatt am Donnerstag veröffentlicht wurde, erklärte Valls, das Ziel sei, französische Sicherheitsinteressen zu schützen. Nun müssten die Kaufinteressenten aus dem Ausland bei mehr französischen Konzernen als bislang erstmal die Erlaubnis der Regierung bei einer Übernahme einholen. Bereits jetzt kann Frankreich den Kauf strategisch wichtiger Konzerne, wie etwa aus dem Militärbereich oder der Nuklearindustrie, gegen Übernahmen schützen.

   In der neuen Verordnung, die Experten als eine Überraschung bezeichnen, sind nun auch die Branchen Energie, Wasser, Transport, Telekom und Pharma als schutzwürdig eingestuft worden. Ein Sprecher von GE wollte in der Sache keinen Kommentar abgeben. Mit dem neuen Dekret hat der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg auf jeden Fall ein stärkeres Argument bei seinem Kampf, die Übernahme der Alstom-Energietechnik durch die Amerikaner auflaufen zu lassen. Der Minister lehnt das Angebot von GE ab und sagte wiederholt, dass die GE-Offerte kein Angebot einer Allianz, sondern eine Übernahme sei. In seinen Augen würde so zu einer dauerhaften Schwächung der verbleibenden Alstom-Transportsparte kommen.

   Montebourg favorisiert Siemens bei einer Alstom-Transaktion. General Electric bietet 12,35 Milliarden Euro in bar für die Energiesparte von Alstom, der Verwaltungsrat des französischen Konzerns hat sich bereits dafür ausgesprochen. Siemens prüft derzeit noch die Bücher von Alstom. Nach Aussage des Ministers setzt Siemens auf eine Allianz im Transport unter französischer Führung und in der Energie unter deutscher Führung. Wichtige Entscheidungszentren blieben in Frankreich, sagte Montebourg.

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   May 15, 2014 00:57 ET (04:57 GMT)

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