15.03.2016 15:55:46
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Falsche ICE- und Nasdaq-Töchter in Großbritannien registriert
Von Tim Cave und Giles Turner
LONDON (Dow Jones)--Der US-Börsenbetreiber Intercontinental Exchange Inc (ICE) und die Technologiebörse Nasdaq sind zur Zielscheibe eines merkwürdigen Betruges geworden. Unbekannte haben vorgetäuscht, im Auftrag der Unternehmen bei den britischen Behörden Einreichungen zu machen und dafür die Namen ihrer CEOs und von Aktionären genutzt.
Am 2. März wurde beim britischen Handelsregisteramt ein Unternehmen namens Valores Nova York Ltd registriert, spanisch für "New Yorker Börse". Deren Betreiber New York Stock Exchange ist eine Tochter der ICE. Keine zwei Wochen zuvor war bereits ein anderes neues Unternehmen, die Nasdaq Inc. Ltd, bei dem britischen Amt registriert worden.
Zwar haben ICE und Nasdaq zahlreiche in Großbritannien registrierte Unternehmen, die sich um ihre Geschäfte in der Region kümmern. Die beiden neuen Unternehmen haben trotz der Namensgleichheit aber keine Verbindung zu den US-Konzernen. In ihren Einreichungen bei den Behörden nannten diese sogar Manager der echten ICE und der echten Nasdaq als Vorstände - und im Fall der Nasdaq Inc. Ltd sogar einige echte Nasdaq-Großaktionäre als ihre eigenen.
Die Einreichung der ICE sei fingiert, sagte eine Sprecherin des Konzerns. Der Börsenbetreiber prüfe die Angelegenheit. Ein Nasdaq-Sprecher bestätigte, dass die Einreichung im Namen seines Konzerns ebenfalls eine Fälschung sei. Die Rechtsabteilung arbeite daran, dass sie gelöscht werde.
Die Registrierung der falschen Unternehmen fällt in die Zeit der Fusionsgespräche zwischen der London Stock Exchange Group (LSE) und der Deutschen Börse. Die beiden Börsenbetreiber müssen sich nach britischem Recht bis zu 22. März formell einigen. Am 1. März gab die ICE bekannt, dass sie eine Gegenofferte für die LSE prüfe - einen Tag später wurde ihre falsche Tochter in Großbritannien registriert.
Die Anmeldung der falschen Nasdaq-Tochter erfolgte am selben Tag, an dem die LSE und die Deutsche Börse ihre Fusionsgespräche öffentlich machten. Analysten bei der Credit Suisse hatten gemutmaßt, die Nasdaq könne sich mit einem anderen Konzern zusammentun, um selbst für die LSE zu bieten. Das erscheint inzwischen aber unwahrscheinlich, nachdem die Technologiebörse die US-Aktienoptionsbörse ISE gekauft hat - Verkäufer ist die Deutsche Börse.
Ein Sprecher des britischen Handelsregisteramtes erklärte, man könne nicht feststellen, wer die Einreichungen getätigt hat, die beide elektronisch beglaubigt wurden. "Die Verpflichtung, sicherzustellen, dass die Information korrekt ist, liegt bei dem Unternehmen", teilte die Behörde mit.
Die falsche Nasdaq-Tochter meldete den Behörden zudem sieben gleichberechtigte Aktionäre, die allesamt auch tatsächlich in der Technologiebörse investiert sind: Die Börse Dubai, Investor AB, MFS Investment Management, Vanguard Group, BlackRock, State Street Global Advisors und Fidelity Institutional Asset Management.
Eine Sprecherin für MFS Investment Management sagte, das Unternehmen schaue sich die Angelegenheit an. Von allen anderen war bis zur Veröffentlichung dieses Artikels keine Stellungnahme zu erhalten.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
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March 15, 2016 10:52 ET (14:52 GMT)
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