26.11.2013 14:34:31

EU/Glasfaserhersteller wehren sich gegen Chinas Billigkonkurrenz

   Von Matthew Dalton

   BRÜSSEL--Die europäischen Hersteller von Glasfasern wollen sich gegen die Billigkonkurrenz aus Asien wehren. Sie haben die Behörden der Europäischen Union aufgefordert, die Zölle auf China-Importe anzuheben. Massive Subventionen von der chinesischen Regierung hätten den dort ansässigen Produzenten ermöglicht, die Preise in Europa zu unterbieten, hieß es zur Begründung. Das bedrohe die Zukunft der Branche.

   GlassFibreEurope, eine von Konzernen wie Owens Corning und dem deutschen Spezialchemieunternehmen LANXESS AG angeführte Gruppe von europäischen Herstellern, hat Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Sie beantrage eine Untersuchung dieser Subventionen, teilte der Verband mit.

   Glasfasern sind wichtige Werkstoffe für zahlreiche Produkte verschiedenster Industriezweige, zum Beispiel glasfaserverstärkte Kunststoffe. Das Einsatzgebiet reicht von Flugzeugen bis zu Rotorblättern von Windturbinen. Sie sind gleichzeitig leicht und robust. In ihrem jüngsten Fünfjahresplan hat die chinesische Regierung den Werkstoff als förderungswürdig hervorgehoben. Das ist ein weiteres Zeichen, dass China seine industrielle Macht auch bei höherwertigen Produkten ausbauen will.

   Nun wachsen die chinesischen Exporte nach Europa rapide und die Preise fallen. Laut GlassFibreEurope nehmen die chinesischen Produzenten bereits ein Fünftel des europäischen Marktes ein, deutlich mehr als noch vor einigen Jahren.

   Die Beschwerde ist die jüngste aus einer ganzen Reihe von Branchen, die eine Zähmung der chinesischen Industriepolitik fordern. Der Verband sagt, dass es staatliche Subventionen in Form von Finanzierungshilfen, Landzuteilung, billigem Strom und anderen Maßnahmen den Unternehmen erlauben, ihre Produkte günstig auf den europäischen Markt zu werfen.

   "Sie haben keinen komparativen Vorteil", sagte Axel Jorns, Generalsekretär des Verbands. "Die Branche ist nicht arbeitsintensiv, sie ist kapitalintensiv."

   Die Hersteller hatten bereits einmal erreicht, dass die EU Zölle von über 40 Prozent verhängte, um die Billigkonkurrenz in Schach zu halten. Aber 2011 wollten die EU-Staaten derart hohe Einfuhrzölle nicht mehr mittragen. Sie wurden letztlich auf 13,8 Prozent festgelegt. Der Verband sagte, diese Zölle seien nicht hoch genug, um sich über die Produktschwemme aus China zu wehren. Die Zahl der EU-Mitarbeiter in der Branche habe von 8.500 im Jahr 2009 auf 5.000 aktuell abgenommen.

   Ein Vertreter der chinesischen EU-Vertretung antwortete nicht auf die Bitte um einen Kommentar.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

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   November 26, 2013 08:02 ET (13:02 GMT)

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