01.06.2015 11:14:46

Deutsche Bundesbank sehr besorgt über griechische Banken

   BERLIN (Dow Jones)-- Angesichts der sich zuspitzenden Finanzlage Griechenlands fordert die Deutsche Bundesbank die Regierung in Athen zu raschem Handeln auf. Der Vorstand der Deutschen Bundesbank, Andreas Dombret, sagte in einem Interview mit der Bild-Zeitung: "Die griechische Regierung täte gut daran, schnell zu handeln - für die griechischen Banken ist es nämlich fünf vor zwölf."

   Dombret warnte, die griechischen Banken seien derzeit nahezu ausschließlich auf die Notfallhilfe der griechischen Notenbank angewiesen. "Aber wie das Wort Notfall schon sagt, ist das keine dauerhafte Lösung." Entscheidend sei, wie die Verhandlungen auf europäischer Ebene vorangehen. Der Ball liege im Feld der Politik. Weder die Europäische Zentralbank noch die Bankenaufsicht könnten die strukturellen Probleme der griechischen Wirtschaft lösen.

   Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand äußerte sich tief besorgt über den Zustand der griechischen Banken: "Die Lage in Griechenland ist sehr kritisch, und das sehen natürlich auch die Bankkunden. In den ersten vier Monaten dieses Jahres haben sie bei den großen griechischen Banken schon knapp 30 Milliarden Euro an Einlagen abgezogen."

   Die direkten Gefahren für die deutschen und europäischen Banken wegen der Lage in Griechenland seien aber "vergleichsweise gering", betonte Dombret. Er warnte dennoch vor Risiken: "Die deutschen Banken haben in ihren Büchern beispielsweise nur noch Forderungen von 2,4 Milliarden Euro gegenüber griechischen Banken, Unternehmen und dem Staat. Das Risiko ist also überschaubar, dennoch kann es immer anders laufen als gedacht."

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/apo/kla

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   June 01, 2015 04:44 ET (08:44 GMT)

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