Auftragsplus gibt Hoffnung 22.10.2014 11:31:48

ABB macht weniger Umsatz und Gewinn

Licht und Schatten beim Schweizer Elektronikkonzern ABB: Im dritten Quartal stand einem starken Auftragseingang ein schwacher Umsatz gegenüber, wie das Unternehmen am Mittwoch in Zürich mitteilte. Sorgen machen dem Siemens-Konkurrenten zumindest kurzfristig die sich eintrübende globale Wirtschaft. Zugleich scheint das Unternehmen seine Probleme in der Energietechniksparte in den Griff zu bekommen. Nach verlustreichen Vorquartalen erwirtschaftete der Bereich nun operativ zumindest wieder ein ausgeglichenes Ergebnis.

An der Börse in Zürich kam die Bilanz am Vormittag gut an. ABB-Aktien verteuerten sich um rund 2 Prozent. Analysten stellten den unerwartet hohen Auftragseingang heraus. ABB sammelte Bestellungen im Wert von 11,2 Milliarden US-Dollar ein - rund ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem an einigen Großprojekten. Aber auch die sogenannten Basisaufträge unterhalb von 15 Millionen Dollar stiegen das fünfte Quartal nacheinander an.

ABB-CHEF: EINIGE KUNDEN VERSCHOBEN ZULETZT AUFTRÄGE

Zugleich äußerte sich Vorstandschef Ulrich Spiesshofer angesichts der Konflikte im Nahen Osten und um die Ukraine sowie der Ebola-Epidemie besorgter über die kurzfristigen Geschäftsaussichten. Einige Kunden hätten zuletzt Bestellungen verschoben.

Diese Entwicklung drückte bereits im dritten Quartal auf den Umsatz, der um 7 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar sank und damit die Erwartungen der Analysten verfehlte. Der operative Gewinn ("Operatives Ebitda") sackte um 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar ab. Unter dem Strich blieben 734 Millionen, zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr.

ENERGIETECHNIK MIT GEWINNEINBRUCH

Hauptgrund für den starken Gewinnrückgang war erneut die Energietechniksparte. Sie hatte zuletzt wegen deutlicher Verzögerungen bei der Anbindung von Windparks auf der Nordsee ans Stromnetz hohe Verluste geschrieben. Nun erreichte sie operativ zumindest wieder einen kleinen Gewinn von 9 Millionen Dollar - das waren aber immer noch 94 Prozent weniger als vor einem Jahr. "Insgesamt sind wir mit unseren Bemühungen um eine konsequente Umsetzung und mit unserem Kostensenkungsprogramm auf Kurs", sagte Spiesshofer.

ABB steht derzeit von vielen Seiten unter Druck. So greifen Siemens und der US-Rivale General Electric (GE) die Schweizer zunehmend in ihrem Kerngeschäft bei Elektrotechnik und Automatisierung an. Darauf reagiert Spiesshofer mit einem Umbau. Der seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschef kündigte im September an, eine neue Struktur zu schaffen. So sollen künftig nur noch drei statt bislang acht Regionalgesellschaften den Konzern in der Welt vertreten. Eine Hierarchieebene fällt weg. ABB will sich stärker auf wachstumsstarke Endmärkte konzentrieren und Risiken reduzieren.

WACHSTUMSPLÄNE

Für die Jahre 2015 bis 2020 plant der Konzern pro Jahr seinen Umsatz um 4 bis 7 Prozent zu steigern und damit stärker zu wachsen als der Gesamtmarkt. Dazu sollen auch Zukäufe beitragen. Von den Erlösen sollen jeweils 11 bis 16 Prozent als operativer Gewinn übrig bleiben - dann auf Basis der Kenngröße Ebita.

/enl/stb

ZÜRICH (dpa-AFX)

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